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Du hast Fragen zu Liebe, Freundschaft oder Verhütung?

Hier findest Du schnell Antworten auf deine Fragen!

Liebe, Freundschaft, Veränderungen des Köpers, das erste Mal, Verhütungspannen, Sexualität? Viele Fragen beschäftigen Dich vielleicht. Wir haben Dir hier die wichtigsten Antworten zu verschiedenen Themen zusammengefasst.

Was ist in der Sexualität erlaubt?

Grundsätzlich ist alles erlaubt, was einem selbst oder gleichberechtigten Partnern*innen Spaß und Wohlbefinden bereitet. Findet selbst heraus, was euch gut tut und macht nur das, was ihr wirklich wollt, d.h. achtet auf eure eigenen Grenzen, respektiert die persönlichen Grenzen eures/eurer Partners*in und macht nur das was keine gesundheitlichen Risiken bedeutet. Grenzen in der Sexualität gibt es allerdings auch. Z.B. sollte man nicht zu einem öffentlichen Ärgernis werden, indem man z.B. auf einem öffentlichen Platz der Leidenschaft freien Lauf lässt. Dann gibt es auch noch gewisse Altersgrenzen, die ein Paar beachten sollte. Genauere Details dazu, was du darfst und was nicht, kannst du in unserer Broschüre §ex und Recht nachlesen.

Woher stammen eigentlich die Begriffe  schwul und lesbisch?

Frauen, die Frauen begehren, nennt man homosexuell oder lesbisch. Der Ursprung des Wortes stammt aus der griechischen Antike, dem 6. Jahrhundert v. Chr. Die griechische Dichterin Sappho besang in Gedichten die gleichgeschlechtliche Liebe von Frauen auf der Insel Lesbos. Männer, die Männer begehren nennt man homosexuell oder schwul. Das Wort schwul wurde im 18. Jhd. als Parallelbildung zum Wort kühl verwendet und abwertend gebraucht. Schwulität = Bedrängnis, peinliche Lage. Mittlerweile ist der Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und wird sogar in gesetzgebenden Dokumenten verwendet

Wie erkenne ich, dass ich schwul/lesbisch bin?

Grundsätzlich ist es erst einmal eine sehr schöne Sache, wenn sich für einen anderen Menschen starke Gefühle einstellen. Dabei ist es unerheblich, wem diese Gefühle nun gelten. Sollte es so sein, dass du dich in einem stärker werdenden Maße zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlst, lass dich nicht verunsichern. Wenn der Wunsch nach einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und Sexualität wächst, solltest du deine Bedürfnisse ernst nehmen. Vertrau dir und deinen Gefühlen und scheu dich nicht davor, dies deinem Schwarm oder Partner*in zu zeigen. Leider glauben immer noch manche Menschen, Lesben und Schwule seien pervers oder krank und können geheilt werden! Weder Homosexualität noch Bisexualität lassen sich „heilen“, es ist keine Krankheit und auch nicht pervers.

Ist es immer anmachend, wenn ich mit dem/der Freund*in einen Pornofilm anschaue?

Ob es anmachend ist einen Pornofilm mit seinem/seiner Freund*in zu schauen, kann man nicht allgemein beantworten. Möglicherweise ist die Betrachtung eines Pornofilms zusätzlich stimulierend und führt zu einer gesteigerten Erregung oder wird für eine Abwechslung im Sexualleben genutzt oder wird als nicht interessant, nicht luststeigernd empfunden. Das ist bei jedem anders. Wichtig ist, genau zu spüren und dann auch zu signalisieren, ob es mir und dem/der Partner*in damit auch gut geht. Es ist für die eigene Sexualentwicklung nicht hilfreich, sich an den Sexinteressen/-fantasien Anderer zu orientieren und vielleicht dabei seine persönlichen Grenzen zu überschreiten. „Tu nur das, was dir gut tut und was du selber auch möchtest“. Lass dich besonders beim Thema Pornografie nicht unter Druck setzen, auch nicht von deinem/deiner Partner*in. Was du noch wissen solltest: Nach §184 StGB dürfen pornografische Schriften – hierunter fallen nicht nur Fotos, Bücher, Darstellungen, Videos und Zeitschriften, sondern auch alle analogen und digitalen Ton- und Bildträger sowie Datenspeicher (z.B. Festplatten, Arbeitsspeicher, Disketten, CD, DVD usw.) – Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugänglich gemacht werden. Das heißt, man macht sich strafbar. Z.B. ein Volljährige*r darf z.B. keine pornografischen Bilder seiner minderjährigen Freund*in auf dem Handy gespeichert haben. Auch die Weitergabe von pornografischen Bildern sei es über Internet/Handy oder andere Medien an Minderjährige ist strafbar. Du machst dich übrigens auch selber strafbar, auch wenn du selbst minderjährig bist.

Wenn ich meine Tage habe, bekomme ich immer Schmerzen und könnte mich „verkriechen“. Geht das allen Frauen so?

Viele Frauen haben mit Schmerzen in unterschiedlicher Stärke während der Regelblutung zu tun. Ursache hierfür ist der kurz vor der Menstruation einsetzende Hormonabfall und das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur. Kopfschmerzen, Verspannungen, Übelkeit bis zum Erbrechen oder Durchfall können Begleiterscheinungen sein. Bei besonders stark auftretenden Regelschmerzen sollten organische Ursachen durch einen Gynäkologen ausgeschlossen werden, wie z.B. Endometriose, Myome oder Zysten. Schmerzmittel oder hormonelle Verhütungsmittel können die Symptome lindern. Entspannend können ein warmes Entspannungsbad, autogenes Training, Meditation oder pflanzliche Präparate wirken. Für eine verstärkte Durchblutung des Beckens sorgen sportliche Aktivitäten, Gymnastik oder Yoga und helfen dadurch vorbeugend.

Seitdem ich meinen ersten Samenerguss hatte, onaniere ich ziemlich oft. Ist das schädlich?

Solange du keine Schmerzen hast und auch sonst kein Unwohlsein empfindest, ist häufiges Onanieren absolut in Ordnung. Gerade in der Pubertät nach Eintritt der Geschlechtsreife sind Jungen leicht erregbar. Sie fühlen sich sehr potent und sind es streng genommen auch. Denn biologisch betrachtet steigt die Potenz sogar noch bis zum 25. Lebensjahr und nimmt dann ganz langsam bis zum Lebensende ab. Selbstbefriedigung gibt dir die Möglichkeit, deinen Körper noch besser kennen zu lernen. Dabei sollte es aber immer eine schöne und entspannende Sache sein und nicht in Leistungsdruck ausarten. Übrigens hat häufiges Onanieren keine Auswirkung auf die Spermienproduktion. Solange medizinisch alles gesund ist, bleibt der Mann bis ins hohe Alter zeugungsfähig.

Ab welchem Alter können sich Mädchen ohne Wissen der Eltern die Pille verschreiben lassen?

Die Pille, wie auch andere hormonelle Verhütungsmittel bekommst du nur durch ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt. Die Entscheidung über die Rezeptvergabe trifft in erster Linie die Ärztin oder der Arzt. Hier kommt es zum einen auf dein Alter, wie aber auch auf deine Einwilligungsfähigkeit (Reife) an. Bei unter 14-jährigen, ist es in der Regel schwierig, ein Rezept für die Pille ohne Einverständnis der Eltern zu bekommen, denn die Ärztin oder der Arzt geht hier davon aus, dass du als unter 14-jährige noch nicht einwilligungsfähig bist. Bei 14 und 15jährigen entscheidet die Ärztin/der Arzt nach gesundheitlichen Aspekten und Reifegrad (Einwilligungsfähigkeit). Die Ärztin, der Arzt entscheidet von Mädchen zu Mädchen, ob die Eltern hinzu gezogen werden, oder ob du als Mädchen reif und verantwortungsvoll (z.B. Einschätzung der Risiken und Nebenwirkungen) genug bist, die Pille zu bekommen. Bei 14 und 15jährigen ist es somit immer eine Abwägung des Arztes im Einzelfall. Ab 16 Jahren geht die Ärztin, der Arzt in der Regel davon aus, dass du einwilligungsfähig bist und kann dir somit ein Rezept für die Pille verschreiben, ohne deine Eltern darüber zu informieren (Verschwiegenheitspflicht).

Wie lange überleben Spermien nach dem Samenerguss innerhalb der Scheide?

Spermien können bei einem günstigen Scheidenklima bis zu 7 Tage in der Gebärmutter und den Eileitern überleben.

Was ist das Jungfernhäutchen und kann es beim ersten Mal reißen?

Der Begriff „Jungfernhäutchen“ ist irreführend, denn es gibt im Scheideneingang kein „Häutchen“, das bei beim Einführen eines Penis oder eines Tampons reißen kann. Vielmehr gibt es hinter dem Scheideneingang einen Ring aus Schleimhaut, der bei jeder Frau anders aussieht. Er ist sehr dehnbar und wird nach Verletzungen schnell wiederhergestellt.

Nur bei wenigen Frauen ist der Schleimhautring geschlossen und das Gewebe so dick, dass es beim Sex zu einer Blutung kommt. Falls es bei euch nach dem ersten Mal zu einer Blutung gekommen ist, müsst ihr euch keine Sorgen machen! Denn das verletzte Gewebe wird schnell wiederhergestellt und kein Arzt kann bei einer Untersuchung erkennen, ob ihr Sex hattet oder nicht. Stellt euch einfach vor, wie schnell das Schleimhautgewebe im Mund heilt, wenn ihr euch auf die Lippe oder die Backeninnenseite gebissen habt.

Auch bei der Benutzung von Tampons oder Selbstbefriedigung müsst ihr euch keine Gedanken machen, da der Schleimhautring hierbei in der Regel nicht verletzt wird.

Kann ich das Jungfernhäutchen wiederherstellen lassen?

Nein, es gibt kein Häutchen, das wiederherstellt werden kann. Es gibt einen Ring aus Schleimhaut, den euer Körper bei Verletzungen von sich aus wiederaufbaut.

Es gibt Frauen, die sich für einen chirurgischen Eingriff entscheiden, den man Hymenalrekonstruktion nennt. Bei diesem Eingriff wird das Schleimhautgewebe an dem Ring so aufgebaut, dass es beim ersten Geschlechtsverkehr nach dem Eingriff blutet. Dieser Eingriff ist kostspielig und bedenklich. Er wird oftmals durchgeführt, weil die betreffende Frau Angst hat, beim ersten Mal in der Ehe nicht als jungfräulich zu gelten.

Dafür entscheiden sich dann Frauen, die vor der Ehe schon sexuelle Erfahrungen gemacht haben und Angst davor haben, ihr Ehemann könnte ihre Scheide für nicht eng genug empfinden und denken, ihr Jungfernhäutchen sei schon gerissen.

Im schlimmsten Fall sind Frauen sexuell missbraucht worden oder werden von ihrer Familie zu einem solchen Eingriff gedrängt.

Falls das auf euch zutrifft und/oder ihr solche Ängste kennt, meldet euch bei uns. Wir beraten euch gerne. Anonym und zuverlässig.

Was heißt es eigentlich, „queer“ zu sein?

Eigentlich bedeutet das englische Wort „queer“ so viel wie andersartig, schräg. Heute benutzen wir die Bezeichnung „queer“ für Menschen, die außerhalb unserer „hetereonormativen Gesellschaft“ leben, in der es normativ und damit „normal“ ist, dass sich ein Mann zu Frauen hingezogen fühlt und andersherum.

Queere Menschen brechen mit diesem Rollenbild, in dem sie das gleiche Geschlecht begehren und homosexuell sind (schwul, lesbisch), beide Geschlechter begehren und damit als bisexuell gelten oder andere Formen der Sexualität ausleben wie die Pan- oder Asexualität. Queer steht heutzutage für vielfältige Beziehungs- und Lebensformen und eine Bewegung, die dafür kämpft, dass queere Menschen genauso anerkannt werden wie heterosexuelle Menschen.

Du glaubst queer zu sein, weil du dich als Mädchen zu anderen Mädchen hingezogen fühlst oder vielleicht sogar gar kein Interesse an Sex hast? Dann findest du im Internet unter dem Begriff „queer“ interessante Foren und Austauschmöglichkeiten mit Menschen, denen es ähnlich geht. Falls du Begriffe wie „queer“ oder „lesbisch“ eher als belastend empfindest, brauchst du sie auch nicht für dich zu nutzen. Du kannst deine Sexualität so ausleben, wie es sich für dich und deine/n Sexualpartner/in richtig und gut anfühlt, ganz ohne sie zu benennen und in Schubladen zu stecken.

Bin ich „transgender“?

Wenn du dich nicht eindeutig als Junge bzw. Mann oder Mädchen bzw. Frau bezeichnen möchtest, bist du transgender. Transgender-Persönlichkeiten können sich entweder nicht mit dem angeborenen biologischen Geschlecht identifizieren oder lehnen die Entweder-oder-Kategorien „Frau“ und „Mann“ ab.

So kann es sein, dass du als Mädchen zur Welt gekommen bist und lange das Gefühl hattest, im falschen Körper zu sein, weil du dich eher als Junge empfunden hast. Vielleicht hast du lieber Jungenkleidung getragen und dich irgendwann gefragt, ob du noch mehr machen kannst, um dich zu verwirklichen. Im Jugendalter ist es Transgender-Personen möglich, eine Hormontherapie zu beginnen, die den Prozess der Verweiblichung oder Vermännlichung weiter vorantreiben kann. Solltest du nach der Hormontherapie noch nicht am Ziel angekommen sein, hast du die Option, Geschlechtsmerkmale und -teile im Erwachsenenalter operativ an deine Geschlechtsidentität anzupassen. Dies muss jedoch betreut und wohl überlegt sein.

Gender

Der Begriff „gender“ steht für das soziale Geschlecht, das heißt die Geschlechtsidentität. Diese Geschlechtsidentität besteht aus zahlreichen Annahmen und Erwartungen, die an eure Identität als Mädchen/Frau beziehungsweise Jungen/Mann gebunden sind. Was heißt das genau?

Du hast bestimmt schon bemerkt, dass Jungen mit anderen Farben, Spielsachen und Eigenschaften identifiziert werden als Mädchen. Und das beginnt schon bei der Geburt, zu der Jungen oft blaue und Mädchen rosafarbige Kleider geschenkt werden. Fortgeführt wird es in der Familie und im Kindergarten, in denen Jungen eher an Themen wie Baustelle oder Fußball herangeführt werden und Mädchen an Puppen oder Kochen.

Worin sich Wissenschaftler uneinig sind, ist inwieweit das biologische Geschlecht, im Englischen „sex“, das soziale Geschlecht prägt. Das heißt, sie fragen sich, inwieweit sich die Geschlechtsorgane, die Beschaffenheit des Gehirns und die Hormonspiegel, die Mädchen/Frau oder Junge/Mann haben, auf ihr soziales Verhalten auswirken.

Was versteht man unter einer „Beschneidung“ ?

Bei einer männlichen „Beschneidung“ wird bei Jungen/Männern die Vorhaut des Penis teilweise oder komplett entfernt. Sie wird zumeist aus religiösen Gründen in jüdischen und islamischen Gemeinschaften durchgeführt.

Kritisch gesehen wird einerseits die Unmündigkeit der Jungen, da sie zumeist in einem so jungen Alter beschnitten werden, das sie nicht mitentscheiden können oder dürfen. Andererseits vernichtet die Beschneidung gefühlsempfindliches Nervengewebe, das, sofern es stimuliert wird, bei Jungen/Männern zum Lustempfinden beitragen kann.

Bei Jungen/Männern gibt es die Möglichkeit, das entfernte Gewebe wiederherstellen zu lassen. Es gibt sogar eine Methode, bei der auf eine Operation verzichtet werden kann.

Gibt es bei Frauen auch eine „Beschneidung“?

Die Beschneidung bei Mädchen/Frauen wird als besonderes Problem anerkannt, man sagt hierzu auch „weibliche Genitalverstümmelung“. Bei diesem Eingriff werden nämlich Teile der Klitoris und der Schamlippen entfernt.

Auch die weibliche Genitalverstümmelung hat kulturelle Wurzeln, wobei die Motive vielfältig sind. Mädchen/Frauen lassen sich beschneiden oder werden dazu gezwungen, um mit diesem Ritual Teil ihrer Gemeinschaft zu werden, heiraten zu können, als schön und ästhetisch zu gelten und von ihrem Mann als Sexualpartnerin begehrt zu werden.

Die weibliche Genitalverstümmelung ist sehr schmerzhaft, kann zu akuten Komplikationen wie Entzündungen und Infektionen führen und hat weitere langfristige Folgen. So wird das sexuelle Empfinden eingeschränkt und Sex wird meist lebenslang als schmerzhaft empfunden. Außerdem verlaufen Geburten problematischer und es kann zu Problemen bei der Periode und dem Urinieren kommen.

Inzwischen gibt es die Möglichkeit, die Geschlechtsorgane operativ wiederherstellen zu lassen.